Vom Wissen des Nichtwollens – wie wir Klarheit über unsere Ziele bekommen
- petrarituper
- vor 2 Tagen
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Eine Szene wiederholt sich in meiner Praxis häufig:
Ich frage mein Gegenüber was sie oder ihn zu mir herführt, welches Anliegen Sie gerne ansprechen möchten.
Die Antwort startet in den meisten Fällen mit:
Ich möchte nicht mehr……
Zum Beispiel nicht mehr so gestresst sein, nicht mehr so wenig Energie haben, nicht mehr so viele negative Gedanken haben usw.
Zusammengefasst: wir wissen als Menschen meistens, was wir NICHT mehr wollen!
Gegenfrage: was möchtest du?
Da wird es oft schon schwieriger. Vielleicht weißt du, was du nicht mehr willst, aber was du wirklich möchtest, hast du dir noch nie so richtig überlegt. Möglicherweise.
Vielleicht denkst du dir: Ich möchte Frieden auf der Welt. Aber das zu wünschen, hat sowieso keinen Sinn, den wird es nicht geben, obwohl wir darum beten.
Warum?
Wünschen allein wird nicht ausreichen. Wenn zum Beispiel jemand krank ist, ist es lobenswert, sich zu wünschen, die Person würde wieder gesund werden. Aber dazu müssen auch Handlungen erfolgen, also zum Arzt gehen, Medizin nehmen, sich auskurieren, etc.
Ich würde die Meinung äußern, unsere Welt ist auch krank. Welche Handlungen setzen wir? Als Gesellschaft, als Menschheit, als Einzelne/r? Auch etwas zum Nachdenken!
Wieder zurück zum Praxisalltag und zur Frage nach der Klarheit über deine Ziele.
Der erste Schritt ist also, dass ich über die Frage nachdenke, was ich eigentlich möchte.
Konzentriere ich mich auf das, was ich nicht möchte, lenke ich meine ganze Energie und meine Gedanken wieder auf das „NICHT“!
Nehmen wir als Beispiel Barbara (Name geändert):
Barbara erzählt, wie sehr sie ihr Alltag stresst. Sie schläft schlecht, sie reagiert auf Kritik mit Aggression, Wut und Rückzug und hat kaum Zeit mehr für ihre Freunde.
Was möchte sie stattdessen? Wie möchte sie sein, wenn sie nicht mehr gestresst und auf Rückzug ist? Wenn sie sich wieder sozial verbunden fühlt? Und was wird dann möglich?
„Dann verspüre ich eine Leichtigkeit, kann wieder lachen, bin entspannter und fühle mich gelassener, fühle mich sogar geliebt und geborgen“ so Barbara.
Sie fühlt sich also in die (derzeit noch fiktive) Situation ein, wo sich nicht mehr Stress und Wut verspürt. Neue Möglichkeiten entstehen in Gedanken. Die jetzige Situation kann aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden.
Kleine Schritte zur Umsetzung werden angedacht, welche Veränderungen braucht es?
Manchmal braucht es einen Professionisten an deiner Seite, um dir Klarheit zu verschaffen, es muss für den Weg zu deinem Zeil tiefer gegraben werden.
Manchmal schaffst du es aber möglicherweise allein, einen Schritt in Richtung deines Zieles zu machen. Indem du in Ruhe und ehrlich darüber nachdenkst, was du möchtest.
Und im nächsten Schritt in die Vorstellung der optimalen Situation gehst und was dann möglich wird. Frage dich anschließend, was dich davon abhält, so zu sein, wie du es dir vorgestellt hast.
Was musst du dafür ändern? Welchen Schritt kannst du machen?
Etwas dafür tun, das wird wohl nicht ausbleiben. Fromme Wünsche sind zu wenig.
Auf Veränderung zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten! (Zitat Einstein)
Was hinter unserer Angst vor Veränderungen stecken kann und wie wir damit umgehen können - als neuer Blog demnächst!

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